Credo
Es gibt viele Statements von indianischen oder anderen Chiefs oder Schamanen von Naturvölkern, dieses hier von der Schriftstellerin Oriah Mountain Dreamer gefällt mir besonders gut und kann als eine Art Einladung für das Camp gelten. Auf dass wir wachsen, um dem Gesagten zu entsprechen:
Es ist nicht wichtig für mich,
wie Du Dein Geld verdienst.
Ich möchte wissen,
wonach Du innerlich schreist und
ob Du es wagst,
der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.
Ich will wissen,
ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um Deiner Liebe willen,
um Deiner Träume willen
und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es ist nicht wichtig für mich, welche Planeten im Quadrat
zu Deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob Du Dein eigenes Leid liebevoll umarmen kannst,
ob Du durch die Prüfungen des Lebens offener geworden bist,
oder ob Du Dich zusammengezogen und verschlossen hast
aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz - Deinem und meinem - dasitzen kannst,
ohne gleich zu versuchen, ihn zu verstecken,
zu überspielen oder zu beseitigen.
Ob Du voller Wildheit tanzen kannst,
ob Du es wagst, Dich und mich vor Ekstase beben zu lassen
von den Fußsohlen bis zu den Haarspitzen,
ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen,
zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es ist nicht wichtig für mich, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst,
um Dir selbst treu zu bleiben.
Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst
und nicht Deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob Du vertrauen kannst
und von daher vertrauenswürdig bist.
Ich will wissen, ob Du die Schönheit auch dann noch sehen kannst,
wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob Du Dein Leben aus der Gegenwart Gottes nähren kannst.
Ich will wissen, ob Du mit all unseren Schwächen und Fehlern
- meinen und Deinen - leben kannst
und trotzdem am Ufer des Sees stehen bleibst
und zum Silberlicht des Vollmonds hinaufrufst:
"JAAA!!!"
Es ist nicht wichtig für mich, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast.
Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst
nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung
- erschöpft und zerschlagen bis auf die Knochen -
und tust, was für die Kinder getan werden muß.
Es ist nicht wichtig für mich, wer Du bist
und wie Du hierher gekommen bist.
Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers
stehen kannst und nicht zurückschreckst.
Es ist nicht wichtig für mich, wo oder was oder mit wem Du studiert hast.
Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob Du allein sein kannst
und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir selbst zusammen bist.